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Rückblick

14. Workshoptagung DGVT 2003 - Berichterstattung in den Medien

Die Workshoptagung in bewegten Bildern: Berichterstattung im regionalen Fernsehen (RTF1)

 

Therapien bei Angst und Zwängen

"Lebenslanges Lernen" ist Schwerpunkt-Thema einer Tagung der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT) vom 26. bis 28. März.

Etwa 150 Psychotherapeut(inn)en und Beratungsfachkräfte erwartet die DGVT zu ihrer Jahrestagung im Tübinger Theologicum. In zehn Workshops und sechs Fallseminaren geht es um posttraumatische Belastungsstörungen, um Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten und Therapien bei Ängsten, Zwängen und Depressionen.

Die Tagung ist eingebettet in ein Rahmenprogramm mit dem Thema: "Lebenslanges Lernen". Den Eröffnungsvortrag am 26. März hält Prof. Wiltrud Gieseke (Berlin) über "Individuelle Bildungsgeschichte und das Interesse an lebenslangem Lernen" (15 Uhr). Den Abschluss der Tagung bildet ein Podium über psychotherapeutische Fortbildung (14.15 Uhr).

Lebenslanges Lernen - PsychotherapeutInnen zwischen Berufskunst und Fortbildungsrichtlinien

ist am morgigen Freitag, 28. März, das Thema einer öffentlichen Podiumsdiskussion in der Bibliothek des Theologicums, Liebermeisterstraße 2. Sie findet im Rahmen einer Tagung der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT) statt. Vom 26. bis 28. März tagen im Theologicum Fachkräfte und Interessierte aus der Kinder-, Jugend- und Erwachsenen-Psychotherapie. Auf dem Podium werden folgende Fragen diskutiert: Sind die Fortbildungsrichtlinien der Psychotherapeutenkammern maßgeblich und richtig? Welches Wissen und Können ist für die Arbeit der Psychotherapeuten wichtig, um Menschen zu helfen? Diskussionsteilnehmer sind Prof. Dirk Revenstorf von der Abteilung für Klinische und Physiologische Psychologie der Uni Tübingen, Monika Bormann vom Ethik-Beirat der DGVT sowie Armin Kuhr und Monika Konitzer von der Psychotherapeutenkammer. (Bericht über die Tagung folgt.)

Spruch des Tages:

Nur wer viel Angst hat, kann richtig mutig werden.

Psychotherapeutin Monika Bormann bei der Workshop-Tagung der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie im Theologicum.

Fallen für den Schlafräuber

Psychotherapeuten-Tagung: Mit Spiel und Fantasie gegen Kinder-Ängste

"Wenn Eltern ihren Kindern nichts zutrauen, trauen die Kinder sich auch nichts zu", sagt die Tübinger Kinder- und Jugend-Psychotherapeutin Mathilde Fatke-Müller. So kann sich ängstliches Verhalten bei Kindern entwickeln.

Im Rahmen einer dreitägigen Tagung der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT), die am Mittwoch im Theologicum begann, gibt Mathilde Fatke-Müller einen Workshop zum Thema "Kreative Interventionen bei Kindern mit emotionalen Störungen und Verhaltensauffälligkeiten". Wie äußern sich emotionale Störungen? Es gibt Kinder, die einfach aufhören zu sprechen oder keine Freunde haben oder Kinder, die nicht mehr zur Schule gehen, weil sie befürchten, der Familie könnte während ihrer Abwesenheit etwas zustoßen. Fünf bis 15 Prozent der Kinder eines Jahrgangs leiden unter Angstzuständen.

Wo liegt die Grenze zwischen normalen, pubertären und krankhaften Emotionen? Immer mehr Eltern neigen dazu, ihre Kinder als auffällig einzuschätzen. Solange ein Kind aber seine Alltagsaufgaben (zur Schule oder in den Kindergarten gehen, Freunde finden und Spielen) ohne größere Probleme bewältigt, müssten sich die Eltern keine ernsthaften Sorgen machen.

In jedem Kindesalter treten bestimmte Gefühle auf. Trennungsängste seien bei Kindern im Alter von eins bis zwei Jahren nicht bedenklich. "Die meisten kindlichen Angststörungen verschwinden im Schulalter wieder", sagt Psychotherapeutin Monika Bormann. "Ängste verschwinden und entstehen durch Erfahrung".

Was löst eine emotionale Störung bei Kindern aus? Zu einem Teil spiele die zunehmende Vorsicht in der Erziehung heutzutage eine wichtige Rolle. "Eltern sind unsicherer, ob sie ihr Kind fordern können", sagt Fatke-Müller. Ängste können sich zudem von den Erwachsenen auf die Kinder übertragen. So seien 83 Prozent der Kinder von ängstlichen Müttern auch ängstlich.

Neben den sozialen Bedingungen beeinflusst auch die genetische Veranlagung, die sich körperlich zum Beispiel in der erhöhten Adrenalin-Ausschüttung zeigt, die Gefühlswelt der Kinder. ein äußerer Risikofaktor sind die Medien, da sie dem kindlichen Gefühlsleben Impulse geben, die sie nicht alleine verarbeiten können. Fatke-Müller rät dazu, gerade mit kleineren Kindern über ihre Gedanken und Eindrücke beim Fernsehen zu reden, da sie Fernsehen und Realität noch nicht voneinander unterscheiden können.

Wie versuchen Kinder- und Jugend-Psychotherpeuten emotionale Störungen zu heilen? Wichtig ist: "Das Kind ist nicht das Problem, sondern es hat ein Problem", betont Fatke-Müller. Bei der kreativen Intervention begegnet der Therapeut dem Kind auf einer spielerischen Ebene. Diesen Rat gibt Fatke-Müller auch den Erziehern. So habe ein Kind einmal stolz erzählt, dass der Vater im Garten eine Falle für den "Schlafräuber" aufgestellt habe. Die Angst wird zur Person oder zum Tier, das gejagt wird. Wenn das Kind vor dem Krokodil unter dem Bett Angst hat, bringe es nichts, zu sagen: "Aber da ist doch gar kein Krokodil", besser ist es, eine Spur aus Wurststückchen zu legen, um das "gefährliche Krokodil" aus dem Zimmer zu locken.

Ist das therapeutische Netzwerk ausreichend? "Es gibt bundesweit zu wenig Kinder- und Jugendtherapeuten", bedauert Fatke-Müller. Nicht genügend Kinder-Psychotherapeuten erhalten eine Kassenzulassung, da der Bedarf erhoben wird, ohne zwischen Erwachsenen und Kindern zu unterscheiden. So muss ein Kind in Tübingen bis zu einem dreiviertel Jahr auf einen Therapieplatz warten.