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Rosa Beilage 2/2016

Arztreport der Barmer-GEK 2016: Schwerpunktthema chronischer Schmerz

20. Mai 2016
 

(ja). Das Schwerpunktthema des Arztreports 2016 der Barmer-GEK ist chronischer Schmerz. Der Arztreport kommt zu dem Schluss, dass ungefähr 3,25 Millionen Menschen an chronischen Schmerzen leiden und dass, trotz wichtiger Fortschritte, die Versorgung noch deutlich verbessert werden muss. Für die Auswertung wurden vom Aqua-Institut Göttingen Diagnosen berücksichtigt, mit denen chronische Schmerzen ohne direkten Bezug auf ein Organ dokumentiert werden. In Bezug auf die Jahre 2005 bis 2014 zeigte sich ein deutlicher Anstieg.

Neben diesem zeitlichen Trend zeigten sich aber auch  deutliche regionale Unterschiede bei der Diagnosehäufigkeit chronischer Schmerzen. Am häufigsten sind mit 5,79 Prozent die Menschen in Brandenburg betroffen. In Bremen zeigte sich mit 2,94 Prozent die geringste Rate. Im Bundesdurchschnitt liegt die Diagnoserate bei 4,02 Prozent. In allen Altersgruppen werden chronische Schmerzen deutlich häufiger bei Frauen als bei Männern dokumentiert, wobei die Zahl der Betroffenen mit dem Alter ansteigt.

Insgesamt 34,4 Prozent der Behandlungsfälle wurden 2014 von allgemeinmedizinischen oder internistischen Hausärzten abgerechnet. Ihr geschätzter Anteil an der Vergütung lag bei 31,2 Prozent. Ein einzelner hausärztlicher Behandlungsfall verursachte approximative Kosten in Höhe von rund 56 Euro. Die höchsten Kosten fielen mit durchschnittlich 408 Euro für Behandlungen bei Psychologischen PsychotherapeutInnen an. Allerdings kann das dadurch erklärt werden, dass Leistungen von PsychotherapeutInnen nicht delegiert werden können und in der Regel fast immer einen langen Patientenkontakt voraussetzen, weshalb PsychotherapeutInnen zugleich die Berufsfachgruppe mit den therapeutenbezogen geringsten Behandlungsfallzahlen bilden dürften. Im Durchschnitt über alle Versicherten wurde pro Kopf schätzungsweise etwa 27 Euro pro Jahr für die Behandlung bei Psychologischen PsychotherapeutInnen ausgegeben.

Die aktuellen Auswertungsergebnisse in Bezug auf ADHS (Schwerpunktthema des Arztreports von Barmer-GEK von 2013) zeigten, dass ADHS-Diagnosen auch in den letzten Jahren altersübergreifend noch etwas häufiger dokumentiert wurden, wobei der Anstieg allerdings ausschließlich Kinder im Alter ab ca. 12 Jahren und insbesondere ältere Jugendliche betrifft. Im Jahr 2014 dürfte in Deutschland im Rahmen der ambulanten Versorgung eine gesicherte Diagnose ADHS bei ca. 808.000 Menschen dokumentiert worden sein. Die Methylphenidat-Ver-ordnungsraten bei Kindern vor Vollendung 15. Lebensjahres haben sich seit 2011 rückläufig entwickelt, während es in höheren Altersgruppen zu einem Anstieg der Verordnungsraten kam. Altersübergreifend erhielten 2014 in Deutschland insgesamt schätzungsweise 330.000 Menschen eine Methylphenidat-Verordnung.

Weitere Informationen finden Sie hier: https://presse.barmer-gek.de/barmer/web/Portale/Presseportal/Subportal/Presseinformationen/Aktuelle-Pressemitteilungen/160223-Arztreport-2016/BARMER-GEK-Arztreport-2016.html

Quelle: Rosa Beilage zur VPP 2/2016