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Marianne Funk

Bericht der Landesgruppe Baden Württemberg ('Rosa Beilage' zur VPP 2/2004)

23. Februar 2007

Das GKV-Modernisierungsgesetz (GMG) wird die bisherigen Strukturen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) deutlich verändern: Die Selbstverwaltungsgremien der KVen werden drastisch verkleinert; die KV-Vorstände werden ab 2005 von hauptamtlichen Mitgliedern besetzt und werden mehr "Gestaltungsmacht" haben als bisher; die Vertreterversammlungen werden in Zukunft ähnliche Kontrollfunktionen erhalten wie Aufsichtsräte großer Konzerne.

 

Der Gesetzgeber billigt nur noch den ehrenamtlichen Vertreterversammlungen der KVen den Status eines Selbstverwaltungsorgans zu; für die Strukturen der künftigen Vorstände wurde der Begriff "Selbstverwaltung" aus dem Gesetz gestrichen.

In Baden-Württemberg ergibt sich dadurch die besondere Situation, dass die vier Kassenärztlichen Vereinigungen (Nordbaden, Südbaden, Nordwürttemberg und Südwürttemberg) zu einer einzigen KV Baden-Württemberg zusammengelegt werden, um so den künftigen Mindestanforderungen an eine KV-Größe gerecht zu werden. Die neue Vertreterversammlung wird 50 Mitglieder haben, davon werden nur 10% Psychotherapeuten sein. Das reduziert die Zahl der bisher aktiven Psychotherapeuten in der Vertreterversammlung von 22 auf 5 KollegInnen und in den Beratenden Fachausschüssen von 24 auf 6 KollegInnen in Baden-Württemberg. Viele engagierte Kolleginnen und Kollegen werden dadurch gezwungen sein, sich zurückzuziehen.

Die Psychotherapeuten werden eine landesweite Wahl durchführen. Die Ärzte werden nach den alten KV-Bezirken wählen, wobei eine kleinere KV weniger Sitze zugeteilt bekommt. Da die meisten Aktiven eher in ihren Regionen bekannt sind, wird es auf große Wahlbündnisse ankommen, um sich überregional Bekanntheit zu verschaffen. Der Wahlmodus ist nach d`Hondt, d.h. die Anzahl der Stimmen auf einer Liste entscheidet über die Anzahl der Sitze. Gewählt sind die Kollegen mit den meisten Stimmen auf der Liste.

Die Wahl findet vom 14.- 26. Juli 2004 per Briefwahl statt. Für September 2004 ist die konstituierende Sitzung geplant. Im November 2004 ist die Wahl des hauptamtlichen Vorstandes und weiterer Funktionsträger.

Die DGVT wird auf einer Liste gemeinsam mit anderen Verbänden antreten, mit denen sich eine langjährige gute Zusammenarbeit in der KV-Arbeit und der Kammer entwickelt hat. Wir koalieren mit den analytischen Verbänden VAKJP (für KJP) und DGPT (für PP) und mit dem BVVP, in dem ärztliche und psychologische Psychotherapeuten (PP und KJP) und alle drei Richtlinienverfahren vertreten sind. Jeder dieser Verbände hat - wie die DGVT - psychotherapeutische Mitglieder mit verschiedenen Grundberufen. Gemeinsam sind damit konkrete Erfahrungen in berufsübergreifenden kooperativen Haltungen, die für zukünftige Konzepte einer vernetzten Versorgung notwendig sein werden. VAKJP und DGPT haben eine intensive Verankerung in analytischen Ausbildungsinstituten. Der BVVP hat eine starke regionale Basis und hat in letzter Zeit viele erfolgreiche Honorarprozesse geführt. (u.a. den vom 28.01.2004). Ich selbst habe eine regionale Vernetzung von KollegInnen über eine regionale Mailingliste aufgebaut, die sehr viel Zuspruch findet. Die Spitzenkandidaten der Liste bringen viel Erfahrung in der KV-Politik mit, sowohl in der Vertreterversammlung als auch im Beratenden Fachausschuss. Ich bin zuversichtlich für ein erfolgreiches Abschneiden unserer gemeinsamen Liste, da die Verbände auf den Regionalebenen sehr gründlich gearbeitet haben, Vertrauen schaffen konnten und den KollegInnen als verlässliche Vertreter in der KV-Arbeit bekannt sind.

Für die DGVT werden kandidieren: Marianne Funk, Tübingen (PP), Wolfgang Palm, Karlsruhe (PP), Silvia Höfer, Reutlingen (KJP).