Bericht vom 8. Deutschen Psychotherapeutentag am 13. Mai 2006 in Frankfurt
Vielleicht ist diese positive Entwicklung durch die größere Routine, vermutlich aber auch durch die souveräne und verbindliche Art des Präsidenten der BptK, Rainer Richter, begründet. So bekam zunächst der Vorstand zwar auch ein wenig Tadel, aber deutlich überwog das Lob für die Arbeit des Vorstandes, auch in so heiklen und eine schnelle Reaktion erfordernden Angelegenheiten wie der Veränderung der Psychotherapierichtlinien.
Wesentlicher Inhalt des 8. DPT war die Diskussion um eine Weiterbildungsordnung. Anfangs wurde länger diskutiert, ob überhaupt eine Weiterbildungsordnung (zumindest zu diesem Zeitpunkt) erlassen werden solle, für und wider wurden dabei ein bisschen leidenschaftlich diskutiert. Schließlich konnten die Delegierten sich für die Diskussion und Verabschiedung des eingebrachten Entwurfes (inkl. des Teiles B: Neuropsychologie) entscheiden, der bei minimalen Änderungen mit einer Zweidrittelmehrheit angenommen wurde. Wenn die Weiterbildungsordnung nicht eine Inflation von Weiterbildungen nach sich zieht, mag diese Entscheidung auch richtig gewesen sein. Sollte es zu einer Inflation von Weiterbildungen kommen, dann ist zu befürchten, dass der Einstieg in eine Weiterbildungsordnung auch ein Einstieg in die Abwertung der Approbationen gewesen ist, was unbedingt zu verhindern wäre. Ein weiterer Diskussionspunkt waren Satzungsänderungen der BPtK (Länderrat, Finanzausschuss), die sinnvolle Verbesserungen darzustellen scheinen und aus den Erfahrungen der letzten Jahre begründet werden konnten. Ein Teil der andiskutierten Satzungsänderungen wurde auf den nächsten DPT zur Behandlung vertagt, um noch Zeit für einige Resolutionen zu haben. Am Ende dieses Deutschen Psychotherapeutentages wurden mehrere Resolutionen fast immer einstimmig zu folgenden Inhalten verabschiedet: Bachelor- oder Masterstudiengang als eine Voraussetzung für die Psychotherapieausbildung, Gesprächspsychotherapie als Verfahren in der GKV, Anpassung der Psychotherapierichtlinien, Versorgung mit Psychotherapie von Kindern und Jugendlichen, Drogenprävention bei Kindern und Jugendlichen, Ambulante Versorgung von Patienten mit hirnorganisch bedingten psychischen Störungen.
Insgesamt verlief der 8. DPT (s. o.) in einer beängstigend harmonischen Atmosphäre, obwohl durchaus wichtige Aspekte abgearbeitet werden konnten. In der Hoffnung, diese gute Atmosphäre mit diesem Bericht nicht für den 9. DPT, der am 18. November in Köln stattfinden wird, "verschrien" zu haben, kann ich mich fast auf jenen freuen.
Die Dokumentation zum 8. Deutschen Psychotherapeutentag können Sie auf der Homepage der Bundespsychotherapeutenkammer nachlesen unter www.bptk.de/aktuelles/news/134753.html.