Depression in der Diskussion - Kommentare zu PatientenLeitlinie sind jetzt möglich
Die Nationale VersorgungsLeitlinie „Unipolare Depression“ ist um eine „Patienten-Variante“ erweitert worden. Sie steht seit Mitte Januar zur öffentlichen Konsultation im Internet unter www.versorgungsleitlinien.de/patienten zur Verfügung. Die PatientenLeitlinie „Unipolare Depression“ wurde von Patientenvertretern erstellt. Betreuung und Redaktion erfolgten durch das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ). Die Konsultationsfassung des Ratgebers steht bis zum 17. April 2011 zum Nachlesen bereit. Betroffene, Interessierte und Experten können diese Fassung kommentieren und Verbesserungen oder Ergänzungen vorschlagen. Die Vorschläge werden gesichtet und in der Finalversion berücksichtigt.
Die Nationalen VersorgungsLeitlinien werden von der Bundesärztekammer, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften gemeinsam erstellt und dienen der Qualitätsförderung in der Medizin. VersorgungsLeitlinien sind evidenzbasierte Entscheidungshilfen für ärztliches/psychotherapeutisches Handeln. Sie dienen inzwischen häufig als ausdrücklicher Bezugspunkt in Modellen der strukturierten medizinischen Versorgung, z.B. beim Disease Management/Chronikerprogramme oder der Integrierten Versorgung. Zu jeder Nationalen VersorgungsLeitlinie wird eine PatientenLeitlinie erarbeitet.
Derzeit existieren Nationale VersorgungsLeitlinien zu folgenden Themen: Asthma und COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung), Typ-2-Diabetes, Herzinsuffizienz, Koronare Herzkrankheit und Kreuzschmerz. Weitere Leitlinien sind in Arbeit – u. a. zu Demenz und Hypertonie.
Das Bundesgesundheitsministerium nimmt an, dass etwa vier Millionen Deutsche von einer Depression betroffen sind. Dabei ist die Dunkelziffer hoch: Nach den Ergebnissen einer WHO-Studie werden depressive Erkrankungen in etwa der Hälfte der Fälle nicht diagnostiziert, und selbst die diagnostizierten Fälle werden oft nicht angemessen behandelt. In den vergangenen Jahren haben sich die Behandlungsmöglichkeiten für PatientInnen mit Depression in Deutschland zwar deutlich verbessert, optimal abgestuft und abgestimmt zwischen haus-, fachärztlicher und psychotherapeutischer Behandlung sind Diagnostik und Therapie aber immer noch nicht.
Weitere Informationen: www.versorgungsleitlinien.de
Depression: Infoblatt für PatientInnen
Auf Grundlage der PatientenLeitlinie wurde im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung eine Kurzinformation für PatientInnen herausgegeben. Auf zwei DIN-A4-Seiten finden Interessierte die wichtigsten Informationen zum Thema Depression. Herausgeber ist das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ). Weitere Kurzfassungen existieren zu folgenden Themen: Früherkennung von Brustkrebs, Asthma, Diabetes und Augen, Diabetes und Füße und Prostatakrebs im frühen Stadium.
Download: www.arztbibliothek.de/wartezimmerinformation
Angela Baer