Die LandessprecherInnen der dgvt trafen sich am 17./18. 11. 2001 in Kassel
Nachdem sich bereits am Samstagvormittag einzelne Landessprecher zusammengesetzt und über die Kammerwahlen diskutiert hatten, trafen sich am Sonntag 15 Landessprecherinnen zum Erfahrungsaustausch und Planung der weiteren Arbeit. Anwesend die Sprecherinnen von Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen, NRW, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Vom Vorstand koordinierte Heiner Vogel das Treffen.
Wichtigstes Thema war der Stand der Kammerwahlen in den einzelnen Bundesländern und die Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit anderen Psychotherapieverbänden. Gelaufen sind die Kammerwahlen in Niedersachsen, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Berlin und Baden Württemberg. Die DGVT konnte in fast alle Kammern ihre Kandidaten in die Kammerversammlungen hinein bringen, nur in Baden-Württemberg verteilten sich die Wahlstimmen recht gleichmäßig auf die 5 Kandidaten, so diese nur Ersatzdelegierte wurden. Insgesamt bestimmen eher die Niedergelassenen mit ihren Fragestellungen die Kammerarbeit, so dass darüber spekuliert wurde, inwieweit angestellte PP's und KJP's überhaupt gewählt haben. Interessant dürfte sich in einigen Kammern die Bestimmung eines landesspezifischen wissenschaftlichen Beirates gestalten: hier zeigt sich am ehesten, auf welche wissenschaftliche Grundlage die Psychotherapie bzw. die Psychotherapieforschung gestellt werden soll. Bedeutsames Thema waren auch die Kammerbeiträge. Diese sind Pflichtbeiträge für alle Approbierten und liegen zwischen 350 (Berlin) und bis ca. 700 DM. Die Delegierten der dgvt setzen sich für niedrige Kammerbeiträge ein oder für eine Staffelung je nach Inanspruchnahme der Kammerleistungen. Wichtig ist es, für diesen Punkt Koalitionspartner zu finden.
Durchgängig wurde von einer überwiegend guten Zusammenarbeit mit den anderen Verbänden auf den gemeinsamen Listen berichtet. Viele PP's sind auch in mehreren Verbänden organisiert, dem entspricht, dass oft von den Verbänden ähnliche Ziele verfolgt werden. Schwierigkeiten wurden eher auf einer persönlichen Ebene geschildert, bei Absprachen über Koalitionen in der Kammer und über die Besetzung der Vorstände.
In der Mehrzahl der Bundesländer stehen die Kammerwahlen noch aus, z.T. wird erst 2003 mit der Wahl gerechnet. Für die LandessprecherInnen dieser Länder waren Strategiefragen wichtig - wie können wir DGVT-Positionen prägnant darstellen und wie unsere WählerInnen ansprechen? Bei den dgvt-Positionen steht eine effektive gemeindenahe Versorgung mit Psychotherapie- und Beratungsleistungen an erster Stelle, damit haben wir in der Vergangenheit auch viel für die angestellten Psychologen in den Beratungsstellen, in den Krankenhäusern/Reha-Kliniken und anderen Einrichtungen (wie Justizvollzugsanstalten) bewirken können und entsprechende Zustimmung erreicht (z.B. bei der Übergangsregelung zum Psychotherapeutengesetz). In dem Reifungsprozess, den die dgvt seit ihrer Gründung durchlaufen hat, haben sich auch Positionen erweitert: Die Notwendigkeit und Effektivität psychotherapeutischer Praxen ist inzwischen unbestritten und je nach Anfrage können wir über unsere Geschäftsstelle Service-Pakete für diese bereit stellen. Viele unserer Mitglieder sind in Praxen niedergelassen. Wie sprechen wir nun am besten unsere Mitglieder und andere PP's und KJP's an, dass sie durch die Wahl uns und unsere Positionen stärken können? Deshalb sprachen wir anschließend auch über unsere regionalen Aktivitäten und darüber, wie wir weitere Personen für eine aktive Mitarbeit gewinnen können.
In einem weiteren TOP ging es um die Zusammenarbeit mit dem Vorstand und Unterstützung durch die Geschäftsstelle. Der Haushalt der dgvt ist durch den Verlag und die Ausbildungsinstitute in den letzten Jahren deutlich angewachsen und damit waren professionellere Strukturen notwendig, die Heiner Vogel erläuterte. Für die Finanzierung der Arbeit auf Landesebene werden ab 2002 auf der Grundlage der bisherigen Erfahrungswerte feste Budgets eingeplant, was die Haushaltsplanung für alle Beteiligten erleichtert. Wir einigten uns nach kurzer Diskussion auf das Budgetierungsmodell, in dem kleinere Landesverbände für ihre Arbeit relativ mehr Geld bekommen. Damit wollen wir die Arbeit der Landessprecherinnen in den mitgliedsschwachen Ländern stärken.