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Rosa Beilage 1/2013

EU-Kommission will Einstieg ins Rauchen verhindern

13. Februar 2013
 

(ab). Während die einen dafür plädieren, Medikamente zur Tabakentwöhnung als Kassenleistung festschreiben zu lassen (siehe obenstehenden Artikel), setzen die anderen darauf, es gar nicht erst zur Tabakabhängigkeit kommen zu lassen. Die Europäische Kommission hat im Dezember 2012 einen Novellierungsvorschlag für die Tabakrichtlinie verabschiedet, die das Ziel hat, die Aufnahme des Tabakkonsums, insbesondere durch junge Menschen, zu bekämpfen. Eine politische Glanzleistung ist dies allerdings nicht, da das Europäische Parlament seit 2001 immer wieder die Überarbeitung der bestehenden Tabakrichtlinie anmahnt. Aufgrund enger Kontakte zur Tabakindustrie ging bislang nichts voran …

In der EU sterben nach Berechnungen der Europäischen Kommission jährlich 700.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Raucher sterben im Durchschnitt 14 Jahre früher als Nichtraucher, und Raucher sind gesundheitlich viel stärker beeinträchtigt durch Krebserkrankungen, Herz-Kreislauf-Probleme und Schlaganfälle.

In Zahlen bedeutet dies, dass durch den Tabakkonsum jährlich Kosten in Höhe von 25 Mrd. Euro für die öffentlichen Gesundheitssysteme der EU entstehen. Der Wirtschaft entsteht durch den Arbeitsausfall der Raucher ein Verlust an Produktivität von rund 8 Mrd. Euro.

Die Richtlinie der Europäischen Kommission sieht unter anderem vor, dass Warnhinweise in Text und Bild 75 % der Verpackungsfläche einnehmen müssen. Die Packungen müssen mindestens 20 Zigaretten enthalten, um den sogenannten „Kids-Packungen“ entgegenzuwirken, die den Jugendlichen einen kostengünstigen Einstieg ins Rauchen erleichtern.

Des Weiteren soll den Zigarettenherstellern verboten werden, Zusatzstoffe mit einem bestimmten Aroma – zum Beispiel Frucht oder Schokolade, was mit Energie und Vitalität assoziiert wird – beizumischen.

Der Richtlinienvorschlag mit seinem Fokus auf Prävention und Jugendschutz wurde von den Mitgliedsstaaten durchweg positiv aufgenommen. Viele plädieren außerdem dafür, die Verbrauchssteuer anzuheben, also Zigaretten so teuer zu machen, dass Jugendliche sie sich erst gar nicht leisten können.

Quelle: gid 2013, Nr. 2