Expertise zur Empirischen Evidenz der Verhaltenstherapie vorgelegt
Der Beirat hatte in den vergangenen zwei Jahren mehrere Anträge auf Anerkennung von Psychotherapieverfahren als Ausbildungsverfahren geprüft. Obwohl eine Prüfung der traditionell bereits anerkannten Verfahren Psychoanalyse, Tiefenpsychologische Therapie und Verhaltenstherapie nicht erforderlich ist, hatte der Beirat den Verbände dieser Verfahren im März des vergangenen Jahres vorgeschlagen, aus Gründen der Gleichheit dennoch eine Evaluierung zu beantragen (vgl. Rosa Beilage 3/01, S. 4-5).
Die DGVT hatte sodann, gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft für Verhaltensmodifikation (AVM), und mit Unterstützung der übrigen Verhaltenstherapieverbände (DÄVT, DGVM, DVT) im September Prof. Birgit Kröner-Herwig (Göttingen) gebeten, eine entsprechende Expertise zu erstellen. Entsprechend dem vereinbarten Zeitplan wurde dieses Projekt nun abgeschlossen und die etwa 100-seitige Studie (plus mehrere Bände Materialien) liegt vor. Von insgesamt etwa 40 EinzelautorInnen wurden Teilkapitel beigesteuert, die sich jeweils mit Evaluationsstudien zur Anwendung von Verhaltenstherapie bei einzelnen Diagnosegruppen beschäftigen. Entsprechend den Kriterien des Beirates wurde versucht, vorhandene empirische Studien mit einem möglichst hohen Evidenzgrad ("Härtegrad") zusammen zu stellen (Metaanalysen oder wenigstens sog. RCT's, d.h. Randomized Control Trials bzw. Kontrollgruppendesigns mit Zufallszuweisung). Zwar gibt es durchaus Unterschiede im Grad der Absicherung der Wirksamkeit der VT bei den verschiedenen Diagnosen. Aber für das Spektrum der Diagnosen des F-Kapitels im ICD-10 konnte dennoch eine hinreichende Breite von Wirksamkeitsstudien gefunden werden, und zwar sowohl für die Therapie bei Kindern und Jugendlichen also auch für die Erwachsenentherapie.
Interessenten können die Expertise im DGVT-Verlag bestellen. Sie wird dort erscheinen und vermutlich ab Ende Juli lieferbar sein (Preis noch unklar).