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IV und MVZ  • VPP 4/2005

Gute Noten für die medizinische Versorgung in Deutschland - Deutsche sind trotzdem unzufrieden

30. Januar 2007

Eine am 10.11.2005 vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) vorgestellte internationale Studie zeigt, dass die Qualität der Gesundheitsversorgung in Deutschland sehr gut ist. Untersucht wurde die medizinische Versorgung in Kanada, Australien, Neuseeland, Großbritannien, den USA und Deutschland.

 

An der vom Commonwealth Fund (CWF) bereits seit 1999 durchgeführten Erhebung zur Qualität der Versorgung hat sich 2005 erstmals auch die Bundesrepublik beteiligt, wo das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) die Studie leitete.

Bei der Untersuchung standen die Erfahrungen kranker Menschen im Mittelpunkt. Befragt wurden Erwachsene, die einen schlechten Gesundheitszustand haben, chronisch krank sind oder sich in den letzten zwei Jahren einer schweren Operation unterziehen mussten. In Deutschland haben 1.474 Männer und Frauen an der telefonischen Befragung, die durchschnittlich 55 Fragen umfasste, teilgenommen. Diese fand zwischen dem 17. April und 10. Juni 2005 statt.

Deutschland hat im internationalen Vergleich die kürzesten Wartezeiten, Laborbefunde sind verlässlicher und liegen schneller vor, Patienten haben mehr Möglichkeiten bei der Arztwahl und wer chronisch krank ist, wird häufiger und regelmäßiger vorbeugend untersucht.

Besonders beim Zugang zu medizinischen Leistungen sind deutsche Patientinnen und Patienten im Vorteil. Ambulante und stationäre Behandlungen sind schnell und einfach zu bekommen - und das unabhängig von Einkommen, Versichertenstatus oder Wohnort. Selbst außerhalb der üblichen Sprech- und Öffnungszeiten wie in der Nacht, am Wochenende oder während der Ferienzeit, ist die medizinische Hilfe in Deutschland sehr gut organisiert. Nur ein Viertel der deutschen Befragten berichtete, dass es schwierig war, einen Arzt außerhalb der üblichen Zeiten zu erreichen. In Neuseeland waren es 28 %, in Großbritannien 38 %, in Kanada 53 %, in Australien 59 % und in USA sogar 61 %.

Aber die Studie zeigt auch - es gibt Mängel. Etwa die nicht ausreichende Information der Patientinnen und Patienten oder die beklagte schlechte Planung bei der Entlassung aus den Kliniken. Diese Mängel weiter zu beseitigen, wird durch eine konsequentere Anwendung der Reformmaßnahmen in Zukunft erreicht werden können. Wir dürfen nicht nachlassen, Qualität, Wirtschaftlichkeit und Transparenz im Gesundheitswesen weiter auszubauen, sagte Dr. Klaus Theo Schröder, Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium.

Trotz dieser, im internationalen Vergleich, guten Gesundheitsversorgung in Deutschland, sagen fast ein Drittel (31 %) der deutschen Patientinnen und Patienten laut Studie, dass das Gesundheitssystem schlecht sei und von Grund auf verändert werden müsste. Das ist ein ähnlich hoher Anteil wie in den USA (30 %) und Australien (26 %), aber ein größerer als in Großbritannien (14 %), Kanada (17 %) und Neuseeland (20 %).
Weiterführende Informationen:

Die Studie des Commonwealth Fund (CWF) zur Qualität der Gesundheitsversorgung finden Sie unter: http://www.cmwf.org/usr_doc/871_Schoen_2005_intl_survey_chartpack.pdf .

Quelle: Pressemitteilung BMGS vom 10.11.2005