Häufige Handy- bzw. Smartphonenutzung bei Kindern und Jugendlichen
(ja). Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) gab eine Studie in Auftrag, in der die Handy- und mobile Internetnutzung von Kindern und Jugendlichen untersucht wurde. Anfang Oktober wurden die Ergebnisse der Studie von den Medienwissenschaftlern Dr. Karin Knop und Prof. Dr. Peter Vorderer von der Universität Mannheim vorgestellt. In drei Befragungen wurde die Handynutzung sowie die Nutzung von mobilem Internet bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 8-14 Jahren untersucht. Dazu wurden 20 Kinder und Jugendliche mit jeweils einem Elternteil befragt, acht Gruppendiskussionen mit natürlichen Peergroups sowie eine quantitative Befragung von 500 Kindern und Jugendlichen und jeweils einem ihrer Elternteile durchgeführt.
Die Ergebnisse der Befragungen zeigten, dass die Kinder und Jugendlichen täglich und teilweise auch permanent ihre Handys bzw. Smartphones nutzen. Das Handy bzw. Smartphone dient vor allem zur Kommunikation mit Peers oder Eltern (vor allem über Messenger-Dienste wie beispielsweise Whatsapp), wird aber auch stark als Unterhaltungsmedium (z.B. zum Spielen oder Musikhören) genutzt. 64% der 8-14-Jährigen können über das Handy bzw. Smartphone auf das Internet zugreifen. Bei den 13- und 14-Jährigen sind es bereits 86%. Die Nutzung von Handys und dem mobilen Internet geht mit einigen positiven Aspekten einher, wie beispielsweise eine unkompliziertere Kommunikation und Alltagsorganisation. Jugendliche ohne Onlinezugang erleben Einschränkungen und erfahren kommunikative Ausgeschlossenheit bei der Interaktion mit der Peergroup. Die Befragung ergab auch weitere negative Aspekte. Viele Kinder und Jugendliche berichteten von einer emotionalen Bindung an das Mobiltelefon. Dies kann sich bis zu einem exzessiv-abhängigen Gebrauch steigern. 21% berichteten von einem starken Involvement, 8% von ihnen sind so stark involviert, dass sie als suchtgefährdet bezeichnet werden müssen. Außerdem zeigte sich, dass viele Kinder und Jugendliche das Handy unachtsam nutzen, wodurch sie dann beispielsweise unüberlegt Daten preisgeben oder sich von Hausaufgaben ablenken lassen. Neben selbstschädigenden Verhaltensweisen zeigten sich auch unerwünschte Handynutzungsweisen, die zusätzlich negative Konsequenzen für andere Personen haben. Während jeweils 10% der Heranwachsenden bereits Mobbing oder ausgrenzendes Verhaltens sowohl in der Täter- als auch in der Opferrolle erlebt haben, sind zwischen 4% und 6% der Kinder und Jugendlichen bereits Opfer oder Täter von Happy Slapping (körperlicher Angriff, der über die Veröffentlichung von mitgefilmten Material das Opfer erniedrigen soll) geworden oder haben sexualisierte Fotos von sich verschickt.
Weitere Informationen finden Sie hier: http://www.lfm-nrw.de/fileadmin/user_uplo ad/lfm-nrw/Service/Veranstaltungen_und_ Preise/Tagungen_und_Praesentationen/Alwa yson/Dokumente/Band-77_Mediatisierung-mobil_Zusammenfassung.pdf
Quelle: Rosa Beilage zur VPP 4/2015