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Gesundheitspolitik

Körperliche und geistige Gesundheit gehören zusammen

24. April 2007
 

Der "World Mental Health Day" am 10. Oktober widmet sich dem ganzheitlichen Gesundheitsbegriff

TÜBINGEN - Der jährlich stattfindende "World Mental Health Day" stellt in diesem Jahr den nachhaltigen und ganzheitlichen Gesundheitsbegriff in den Mittelpunkt. In über 150 Ländern werden Mitgliedsorganisationen der World Federation for Mental Health (WFMH) - wie die DGVT - durch Informationen und verschiedenste Aktionen auf den Zusammenhang zwischen körperlicher und geistiger Gesundheit hinweisen.
Hintergrund sind aktuelle Forschungen, die den engen Zusammenhang zwischen psychischen und physischen Erkrankungen erneut belegen. Diese Erkenntnisse müssen gerade angesichts der notwendigen Reformen der psychosozialen Versorgungssysteme stärker berücksichtigt werden, sowohl bei vorbeugenden Gesundheitsprogrammen wie auch im Praxis- und Klinikalltag.
Zivilisationskrankheiten wie Depression und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind heute die hauptsächlichen Todesursachen und Auslöser dauerhafter Behinderungen. Entstehung, Verlauf, Schweregrad und Dauer hängen maßgeblich von Wechselwirkungen körperlicher und geistiger Faktoren ab. Auch bei Diabetes, Krebserkrankungen und HIV/Aids wurden diese Zusammenhänge nachgewiesen. Das Ziel einer effektiven und nachhaltigen Behandlung psychischer und physischer Erkrankungen (im gesundheitlichen wie auch im wirtschaftlichen Sinne) kann somit nur erreicht werden, wenn die künstliche und längst überholte Trennung von körperlicher und mentaler Gesundheit überwunden wird.

Menschen mit chronischen Erkrankungen erleben häufig emotionale und psychische Störungen, die nicht angemessen erkannt und behandelt werden. Ebenso häufig finden sich undiagnostizierte körperliche Erkrankungen bei Menschen mit psychischen Störungen wie Schizophrenie, Depression oder Angststörungen. Menschen, die im Gesundheitssektor arbeiten, benötigen das Wissen, die Fertigkeiten und die Bereitschaft, mit geistig beeinträchtigten Menschen zu arbeiten, Anzeichen psychischer Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen sowie die emotionale und geistige Befindlichkeit des Patienten bei der medizinischen Behandlung einer "körperlichen" Erkrankung niemals außer acht zu lassen.
Dies gilt vor allem für die Primärversorgung durch niedergelassene Ärzte, aber auch für ambulante Dienste im nicht-medizinischen Sektor. Sie müssen dafür qualifiziert werden, psychische Anteile körperlicher Erkrankungen besser zu erkennen, um die PatientInnen angemessenen Behandlungen zuzuführen. Einen niedrigschwelligen Zugang und der Erhalt des Erstzugangs zu einem Psychotherapeuten sind daher unabdingbar. Im Zusammenhang mit dem geplanten Präventionsgesetz ist die Politik gefordert, gerade der Vermeidung psychischer Erkrankungen einen besonderen Platz einzuräumen, da diese in einem engen Zusammenhang zu körperlichen Erkrankungen stehen. Die Beteiligung von PsychotherapeutInnen ist daher zwingend erforderlich.
Zum "World Mental Health Day" am kommenden Sonntag, 10. Oktober, sind Bürgerinnen und Bürger, Politikerinnen und Politiker, Medien, Verbände und psychosoziale oder medizinische Dienste aufgerufen, Aktionen durchzuführen, die dem Verständnis und der praktischen Umsetzung eines ganzheitlichen Gesundheitsbegriffs dienen.

Weitere Informationen zum Thema für MedienvertreterInnen auf Anfrage bei der Bundesgeschäftsstelle DGVT e.V. in Tübingen, Telefon 07071 943494, per E-Mail unter dgvt@dgvt.de  oder im Internet unter www.dgvt.de .