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Barbara John

Mitgliederversammlungen und Kammer-AG ('Rosa Beilage' zur VPP 2/2001)

25. Februar 2007

Bericht zur Mitgliederversammlung der Landesgruppe Bayern vom 17. März 2001

 

Bei der letzten Mitgliederversammlung wurde zunächst der Entwurf einer Geschäftsordnung der Landesgruppe beraten und verabschiedet.

Rudi Merod berichtete sodann über den Entwurf zur Änderung des bayerischen Heilberufekammergesetzes und die gemeinsame Stellungnahme aller Verbände zu diesem Entwurf. Da der Gesetzesentwurf nur Rahmenbedingungen festlegt, waren wenige Kritikpunkte einzubringen. Diese Kritikpunkte waren

  • Der Name Psychotherapeutenkammer soll als Kurzbezeichnung zur gesetzestechnischen LangBezeichnung Bayerische Landeskammer der Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten eingefügt werden.
  • Es soll zumindest die Möglichkeit im Gesetz vorgesehen werden, eine Weiterbildungsordnung zu erlassen.
  • Es soll versucht werden, die Teile, die die Psychotherapeutenkammer umfassen, unmittelbar an den Teil der Ärzte anzuschließen.

Wann das Gesetz nun behandelt und beschlossen wird, ist noch nicht abzusehen, es soll nach Aussagen des Ministeriums aber noch vor der Sommerpause behandelt und beschlossen werden. Nach Verabschiedung des Gesetzes wird ein Gründungsausschuss berufen und von diesem Tage an existiert die Kammer. Dieser Gründungsausschuss ist verpflichtet, innerhalb eines Jahres die Wahl zur Kammer durchzuführen. Da hierzu in der AG Kammer bereits sehr viele Vorarbeiten erfolgt sind, dürfte dies aber unproblematisch sein.

Ein weitere Diskussion betraf die Frage der Versorgungswerke. Mit diesem Thema hat sich die AG Kammer ausführlich befasst. Das bestehende ärztliche Versorgungswerk hat eine Aufnahme der Psychotherapeuten abgelehnt. Die AG Kammer versucht, Alternativen zu eruieren und zu prüfen. Die DGVT Mitglieder werden jeweils umgehend informiert.

Unter dem TOP Verschiedenes wurde insbesondere über die Vergütungen der Therapiestunden in den Ausbildungen diskutiert und es wurden weitere Themen, wie Ausbildungsassistenten in Praxen, Fragen des Praxisbudgets usw. besprochen.
Termin für die nächste Landes-MV: 13.10.2001, 15.00 Uhr.

Rudi Merod

Fachgruppe Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie Bayern Sitzung am 17. März 01

R. Merod berichtet zunächst, dass es eine leichte Bewegung bei den Kinder- und Jugendlichenpsychiatrien gibt und er erste positive Rückmeldungen auf seine Bemühungen zur Beteiligung an einer Kinder-/Jugendlichenpsychotherapeutenausbildung erhalten hat. Gleichzeitig wurde aus dem Teilnehmerkreis wieder Kritik an der Verzögerungstaktik der Psychiatrien laut, da hierdurch der Mangel in der KiJu-Therapie weiter bestehen bleibt. Es wird vorgeschlagen, diesen Missstand öffentlich zu machen, um dadurch die Situation der Kinder und Jugendlichen zu verbessern.

Zum TOP Vernetzung wird von den Vertretern der Kliniken der Wunsch geäußert, eine Liste von DGVT-KiJu-TherapeutInnen zu erstellen, damit Kinder nach der stationären Behandlung dorthin weiter vermittelt werden können. Dies wäre ein erster Schritt zur Verbesserung der Versorgungssituation.

Im folgenden wird dann über verschiedene Vernetzungsmodelle diskutiert. Hier wird auch das Modell aus Ingolstadt kurz vorgestellt. es wird der Wunsch geäußert, dieses doch einmal genauer vorzustellen. Willi Strobel, der daran mitgearbeitet hat, will dies beim nächsten Mal tun (eventuell auch in der VPP).

Termin für das nächste Treffen der Fachgruppe KiJu in Bayern: 13.10.2001, 13.00 Uhr.

Rudi Merod


Aus der AG Kammer, 20. Sitzung am 15. Mai 2001


Wie Sie alle wissen wird in Bayern in naher Zukunft eine Psychotherapeutenkammer gewählt werden. Ebenso ist bekannt, dass Psychotherapeuten sich hauen und stechen, seit zur freudschen die jungsche Psychoanalyse hinzuerfunden wurde. Die bayerische AG Kammer führt, da traditionsbewusst, diese liebgewonnenen Gebräuche fort. Wie sollte es anders sein. Die AG Kammer ist das Gremium, welches sich in Erwartung der Gründung der geplanten Psychotherapeutenkammer seit nunmehr zwei Jahren regelmäßig mit Vertretern vieler (fast aller) Verbände bayerischer Psychotherapeuten trifft. Dabei gibt es vieles zu besprechen und vor allem viele Punkte, die ein dankbares Feld für Streitigkeiten sein können.

Wer wird die Kammer bilden: (Zwangs-)mitglied der Psychotherapeutenkammer werden alle angestellten, niedergelassenen und verbeamtete Kolleginnen und Kollegen sein, sofern approbiert. Mit jährlichen Mitgliedsbeiträgen von 300 DM bis vielleicht 1000 DM ist zu rechnen, u.a. abhängig vom Repräsentationsbedürfnis der Mitglieder des Gründungsausschusses und der späteren Vertreterversammlung.

Am Dienstag 15. Mai 2001 fand nun wieder einmal eine Sitzung der AG-Kammer statt. Eine interessante und prickelnde Erfahrung. Beeindruckend ist für jeden teilnehmenden Beobachter beispielsweise die Großzügigkeit im Umgang mit demokratischen Spielregeln. Hier können wir sicher noch alle sehr viel lernen.

Um es kurz zu machen: Der spannendste Punkt für die DGVT war die Nominierung einer Vorschlagsliste für den voraussichtlich 25 Personen umfassenden Gründungsausschuss. Besonders dabei die Frage, ob der DGVT als drittgrößtem Verband in Bayern wie allen anderen großen Verbänden zwei Plätze zugestanden werden. Implizit ging es dabei natürlich auch um die Machtverhältnisse zwischen den Fraktionen. Der phasenweise turbulente Verlauf der Diskussionen brachte im Ergebnis (nach sehr vielen Kampfabstimmungen, kurz vor Mitternacht den eindeutigen Beschluss, dass die DGVT natürlich ebenfalls zwei Plätze erhalten wird. Da man sich nicht darüber einigen wollte, wer von den bereits nominierten Plätzen nunmehr wieder einen Platz verlieren sollte, war die geniale Kompromisslösung (beinahe einstimmig), dass man dem Ministerium vorschlagen will, den Gründungsausschuss einfach um zwei Plätze zu erweitern.

Wie wird es denn nun weiter gehen: Nach Aussagen aus dem zuständigen Sozialministerium, das in Bayern nach dem BSE-Skandal ja gerade umgebildet wurde, wird sich die Gesetzesverabschiebung bis zum Herbst, vielleicht bis zum Frühjahr 2002, verschieben. Erst dann kann der Gründungsausschuss berufen werden, der sodann binnen Jahresfrist die erste Wahl zur ordentlichen Kammervertreterversammlung vorbereiten wird.

Im Rahmen der Gründung der Kammer gibt es für uns viel zu tun: Es gilt zu verhindern, dass durch die Psychotherapeutenkammer unsinnige Weiterbildungsordnungen erlassen wird. Es wäre denkbar, dass eine Kammer Weiterbildungsordnungen erlässt, in denen verschiedene Fachpsychologen definiert werden. Diese Weiterbildung würde dann selbstverständlich auf das Studium und die 3- bis 5-jährige Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten. Ein Fachpsychologe, dürfte dann, analog zur ärztlichen Weiterbildungsordnung nur noch in seinem Spezialgebiet arbeiten, beispielsweise als Schmerztherapeut, er müsste  nach dem bayerischen Heilberufegesetz  auch mehrjährige Ganztagsweiterbildungen mitmachen (halt wie jeder Facharzt). Profitieren würden davon nur Weiterbildungsinstitute, welche die TeilnehmerInnen erneut zur Kasse bitten. Weiterhin ist es wichtig, dass in den Psychotherapeutenkammern AusbildungsteilnehmerInnen, die sich in der Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten und/oder zum Kinder/Jugendlichenpsychotherapeuten befinden, als außerordentliche Mitglieder mitwirken können. Ansonsten werden sie keinen Ort haben, ihre berechtigten Interessen gegenüber der Kammer zu artikulieren, die für die Strukturierung des Berufsfeldes und  zumindest indirekt  auch die Strukturierung der Ausbildung maßgeblich sein wird. Die DGVT wird sich für diese Punkte nachhaltig einsetzen. Die AG-Kammer besteht zu aus 2/3 Männern. Die Psychotherapeutenschaft zu 2/3 aus Frauen. Die DGVT setzt sich deshalb für eine Frauenquote ein, um diesen untragbaren Zustand zu ändern. Auch wegen anderer Themen, wie die angemessene Vertretung angestellter KollegInnen in den Gremien der Kammer, wird es wichtig sein, sich in die Diskussionen zur Kammer einzumischen.