Neue Erkenntnisse über Volkskrankheiten
Über einen Zeitraum von 20 Jahren sollen durch die sog. „Nationale Kohorte“ neue Erkenntnisse über den Einfluss von genetischen Faktoren, Umweltbedingungen, sozialem Umfeld und Lebensstil auf die Entstehung von Volkskrankheiten gewonnen werden. Von den Ergebnissen der Studie erhoffen sich die beteiligten Wissenschaftler Antworten auf Fragen wie:
Wodurch entstehen chronische Krankheiten? Gibt es Faktoren, die ihre Entstehung begünstigen? Wie können die Krankheiten frühzeitig erkannt werden? Wie können wir uns vor diesen Krankheiten schützen?
Finanziert wird die Studie durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Beteiligt ist ein Netzwerk deutscher Forschungseinrichtungen aus der Helmholtz-Gemeinschaft, vielen Universitäten, der Leibniz-Gemeinschaft und der sog. Ressortforschung. (In der Arbeitsgemeinschaft der Ressortforschungseinrichtungen haben sich mehr als 30 Bundeseinrichtungen mit Forschungsaufgaben zusammengeschlossen. Alle teilnehmenden Einrichtungen sind in die Geschäftsbereiche einzelner Bundesministerien eingebunden.) Bei der groß angelegten Langzeit-Bevölkerungsstudie geht es darum,
- die Ursachen von Volkskrankheiten wie z.B. Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs, Diabetes, Demenzerkrankungen und Infektionskrankheiten aufzuklären,
- Risikofaktoren zu identifizieren,
- Wege einer wirksamen Vorbeugung aufzuzeigen sowie
- Möglichkeiten der Früherkennung von Krankheiten zu identifizieren.
In dieser (Kohorten-)Studie werden 200.000 Menschen im Alter von 20 bis 69 Jahren aus ganz Deutschland medizinisch untersucht und nach Lebensgewohnheiten (z.B. körperliche Aktivität, Rauchen, Ernährung, Beruf) befragt. Darüber hinaus werden allen Studienteilnehmern Blutproben entnommen und für spätere Forschungsprojekte gelagert.
Nach fünf Jahren werden alle Teilnehmer erneut zu einer Untersuchung und zweiten Befragung in die Studienzentren eingeladen. Im Laufe der Nachbeobachtung über 10 bis 20 Jahre werden bei einigen Teilnehmern naturgemäß bestimmte Erkrankungen auftreten, die dann mit den erhobenen Daten in Verbindung gebracht werden können. Die Studie bietet damit ein einzigartiges Potential für eine Vielzahl von wissenschaftlichen Untersuchungen. Aus alledem werden die Forscher wertvolle Erkenntnisse darüber gewinnen, wie
- genetische Faktoren,
- Umweltbedingungen,
- soziales Umfeld und
- Lebensstil
bei der Entstehung von Krankheiten zusammenwirken. Aus den Erkenntnissen sollen Strategien für eine bessere Vorbeugung und Behandlung der wichtigsten Volkskrankheiten abgeleitet werden.
Weitere Informationen: www.nationale-kohorte.de
Waltraud Deubert