Neuer Einheitlicher Bewertungsmaßstab (EBM) erst 2005
Der neue EBM 2000plus kommt erst 2005: Darauf haben sich die Vorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) Mitte April geeinigt. "Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) strebt an, den EBM im ersten Quartal des kommenden Jahres einzuführen", hieß es dazu aus der KBV. Der Hauptgeschäftsführer Dr. Andreas Köhler erklärte, er sehe keine realistische Chance, dass die KVen ihre Honorarverteilungsmaßstäbe früher umarbeiten könnten. Die erneute Terminänderung werde die KBV mit den Spitzenverbänden der Krankenkassen beraten. Außerdem müsse das Bundesgesundheitsministerium zustimmen. Das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung kann den Erweiterten Bewertungsausschuss, das Schiedsamt von Ärzten und Krankenkassen auf Bundesebene anrufen oder die neue Gebührenordnung im Wege einer Ersatzvornahme selbst einführen. Eine vorläufige, bewertete Fassung, die dem Stand der Verhandlungen zwischen KBV und Krankenkassen vom 15.4. entspricht, kann auf der Homepage der KKB unter www.kbv.de heruntergeladen werden. Bevor die Verhandlungen in die Endrunde gehen, hatte der Gesprächskreis der Psychotherapeutenverbänden (GK II) um einen Termin sowie um Gelegenheit zu einer schriftlichen Stellungnahme gebeten. Nachfolgend der Brief des GK II:
Sehr geehrter Herr Köhler,
der Gesprächskreis II wendet sich heute mit der Bitte an Sie, zu zwei Problemkreisen, die zur Zeit die Psychotherapeutenverbände und ihre Mitgliedschaft intensiv bewegen, Stellung zu nehmen:
1. Es handelt sich hier um den EBM 2000+, der ja nun doch in die "Endrunde" zu gehen scheint. Nach Informationen aus Kollegenkreisen hat die KBV sämtliche fachärztlichen Berufsverbände zu einer Informationsveranstaltung am 27.04.04 eingeladen.
Leider wurde für die Verbände der Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten offenbar eine entsprechende Veranstaltung bisher nicht geplant.
Da sich in der letzten Zeit doch noch vielfältige und z.T. gravierende Änderungen (z.B. fallzahlabhängig statt zeitgetaktet) sowohl im geplanten Regelleistungsvolumen wie auch im EBM und seinen Bewertungen für unsere Berufsgruppen ergeben haben, über die wohl selbst der Beratende Fachausschuss für Psychotherapie nicht abschließend informiert wurde, würden wir es als GK II begrüßen, wenn die Verbände dazu zu einer Informationsveranstaltung eingeladen werden könnten. Darüber hinaus würden wir - wie ja die ärztlichen Berufsverbände auch - gerne Gelegenheit zu einer schriftlichen Stellungnahme im Vorfeld einer entsprechenden Veranstaltung erhalten.
2. Wir würden gerne wissen, wie der Verhandlungsstand mit den Spitzenverbänden der Krankenkassen in Bezug auf die zusätzliche Praxisgebühr für Psychotherapie ist. Unsere letzte Information zu diesem Vorgang besteht in einer Äußerung von Staatssekretär Schröder, dass die Kassen hier ein Entgegenkommen signalisiert hätten. Gleichwohl scheint eine endgültige Entscheidung, insbesondere im Hinblick auf das anstehende 3. Quartal 2004, noch offen zu sein. Über eine Information hinsichtlich des weiteren Vorgehens seitens der KBV wären wir dankbar.
Mit freundlichen Grüßen
(Dr. Hans Nadolny, Präsident des DPTV,
als zur Zeit die Geschäfte führender Verband)
Verbände Gesprächskreis II :
Arbeitsgemeinschaft für Verhaltensmodifikation e.V. (AVM)
Arbeitsgemeinschaft Psychotherapeutischer Fachverbände (AGPF)
Berufsverband der approbierten Gruppenpsychotherapeuten (BAG)
Berufsverband der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten e.V. (BKJ)
Bundesverband der Krankenhauspsychotherapeuten (BVK-P)
Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (BVVP)
Bundesvereinigung Verhaltenstherapie im Kindes- und Jugendalter e.V. (BVKJ)
Deutsche Fachgesellschaft für tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie e.V. (DFT)
Deutscher Fachverband für Verhaltenstherapie (DVT)
Deutsche Gesellschaft für Analytische Psychologie (DGAP)
Deutsche Gesellschaft für Analytische Psychotherapie und Tiefenpsychologie (DGAPT)
Deutsche Gesellschaft für Individualpsychologie (DGIP)
Berufsverband der Psychologischen Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytiker (BPP)in der (DGPT)
Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs)
Deutsche Gesellschaft für psychologische Schmerztherapie und �??forschung (DGPSF)
Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung e.V. (DGfS)
Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie e.V. (DGVT)
Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft (DPG)
Deutsche Psychoanalytische Vereinigung (DPV)
Deutsche Psychologische Gesellschaft für Gesprächspsychotherapie (DPGG)
Deutscher Psychotherapeutenverband - Berufsverband Psychologischer Psychotherapeuten e.V. (DPTV)
Gesellschaft für Neuropsychologie (GNP)
Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie (GwG)
Gesellschaft zur Förderung der Methodenvielfalt in der Psychologischen Psychotherapie e.V. (GMVPP )
Milton Erickson Gesellschaft für Klinische Hypnose (M.E.G.)
Neue Gesellschaft für Psychologie (NGfP)
Sektion Analytische Gruppenpsychotherapie im DAGG (Deutscher Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik)
Verband für Integrative Verhaltentherapie (VIVT)
Verband Psychologischer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten im BDP e.V. (VPP)
Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten (VAKJP)
Vereinigung der Kassenpsychotherapeuten (Vereinigung)
Quelle: 'Rosa Beilage' zur VPP 2/2004