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Krankenhaus/DGRs

Psychosoziale Leistungen im Akutkrankenhaus künftig besser abgesichert

07. Februar 2007
 

Mit dem 2003 eingeführten und seither immer weiter angepassten fallpauschalierten Entgeltsystem im Akutkrankenhaus sollen einmal sämtliche patientenbezogenen medizinischen Leistungen in der Akutmedizin vergütet werden. Ausgenommen aus dem DRG-System sind bisher Einrichtungen der Psychiatrie und der psychosomatischen/psychotherapeutischen Medizin (siehe hierzu auch VPP 1/04, Seite 124 ff).

Aber auch die Kosten anderer Interventionen der psychosozialen Medizin können im deutschen DRG-System noch nicht abgebildet werden. Voraussetzungen für eine adäquate Kostenermittlung sind:

  1. eine hierfür hinreichend differenzierende Prozedurenklassifikation (OPS),
  2. die Erfassbarkeit aller OPS-Codes in den EDV-Systemen der Krankenhäuser,
  3. die Dokumentation aller Tätigkeiten in den Patientenakten und den elektronischen OPS-Erfassungssystemen und
  4. die Weiterleitung aller Daten an das InEK.

Durch die Einführung des OPS, Version 2005, ist die erste Voraussetzung nunmehr einigermaßen erfüllt. (Die amtlichen OPS-Codes für psychosoziale Maßnahmen bedürfen allerdings weiterer Abstimmungen und Vereinheitlichungen zwischen den verschiedenen Fachgesellschaften.) Es ist nun erstmals möglich, die psychosozialen Tätigkeiten von Mitarbeitern im Akutkrankenhaus (Psychologen, ärztliche und psychologische Psychotherapeuten, Pädagogen, Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, Kreativtherapeuten usw.) nach den Erfordernissen des DRG-Systems zu erfassen.

Wenn ab 2005 zusätzlich die Voraussetzungen (2 bis 4) erfüllt sein sollten, könnten die Kosten für psychosoziale Interventionen im DRG-System erstmals auf repräsentativer Basis berechnet werden – eine Chance, die genutzt werden sollte.

Der nun vorliegende Kodierleitfaden der Bundesarbeitsgemeinschaft Psychosoziale Versorgung im Akutkrankenhaus (BAG-PVA)[1] soll helfen, psychosoziale Interventionen ab 2005 im neuen OPS (Operationen- und Prozeduren-Schlüssel) möglichst umfassend und differenziert zu kodieren. Dadurch kann die Kostenrelevanz dieser Tätigkeiten sichtbar gemacht werden, was eine Voraussetzung für die Finanzierung psychosozialer Leistungen im Akutkrankenhaus innerhalb des Fallpauschalensystems ist.

Die im Oktober beschlossene Aufnahme von Ziffern für psychologische Tätigkeiten im amtlichen Katalog ist ein großer Erfolg. Ab 2005 besteht nun die Möglichkeit, eine breite Palette von psychosozialen Leistungen zu erfassen, u. a. die Krisenintervention, Patientenschulung, Elternberatung, integrierte psychologische und psychosoziale Therapie sowie Beratung und Schulung. Besonders bei komplexen Erkrankungen, ist die Einbeziehung unterschiedlicher Berufsgruppen und ihrer Behandlungsleistungen sinnvoll und die neuen Ziffern dürften somit von wesentlicher Bedeutung für diese Dienstleistung und damit den Heilungsprozess der PatientInnen sein. Der Kodierleitfaden soll die PsychologInnen und PsychotherapeutInnen im Krankenhaus unterstützen, ihre Leistungen richtig zu kodieren. Der Kodierleitfaden soll regelmäßig überarbeitet werden.

Wenn Sie Kommentare dazu haben, senden Sie sie bitte an: oliver.krauss(at)medizin.uni-leipzig.de  und barbara.griessmeier(at)kgu.de .

Waltraud Deubert

 


[1]Bundesarbeitsgemeinschaft Psychosoziale Versorgung im Akutkrankenhaus: AG Psychosoziale Onkologie PSO in der Dt. Krebsgesellschaft, Arbeitsgruppe psychosozialer Mitarbeiter in der pädiatr. Kardiologie, Berufsverband für Anthroposo-phische Kunsttherapie e.V. BVAKT, Berufsverband Heileurhythmie e.V. BVHE, Deutsche Arbeitsgemeinschaft für psychosoziale Onkologie e.V. dapo, Deutsche Diabetes-Gesellschaft DDG, AG Psychologie und Verhaltensmedizin, Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie DGVT, Deutsche Vereinigung für den Sozialdienst im Krankenhaus DVSK, Deutscher Arbeitskreis Gestaltungstherapie/klinische Kunsttherapie e.V. (Mitglied im DFKGT), Deutscher Fachverband für Kunst- und Gestaltungstherapie e.V. DFKGT, Europäischer Fachverband E.F.of Natural Medicine Users, Fachgruppe Klin. Psychologen im Allgemeinkrankenhaus des Berufsverbandes Deutscher Psychologen BDP, Gesellschaft für Onkologie und Hämatologie PSAPOH, Verband Anthroposophischer Kliniken, Verband psychologischer PsychotherapeutInnen VPP im BDP.