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VPP 2/2016

Rechenschaftsbericht der Aus- und Weiterbildungskommission (AWK) für das Jahr 2015

20. April 2016
 

1.)  Jahresprogramm im 13. Jahr des Bereiches Fort- und Weiterbildung der DGVT

Themenseminare:

Im Jahr 2015 haben 15 Themenseminare (vgl. Jahr 2014: 11 Themenseminare) mit insgesamt 178 TeilnehmerInnen (vgl. Jahr 2014: 192 TeilnehmerInnen) stattgefunden. Davon waren 105 TeilnehmerInnen DGVT-Mitglieder, 73 waren Nicht-Mitglieder. Von 22 geplanten Themenseminaren mussten sieben (32%, vgl. Jahr 2014: 52%) abgesagt werden. Die Absagequote ist damit gegenüber den letzten Jahren gesunken. Allerdings gab es insgesamt betrachtet weniger TeilnehmerInnen als 2014, die Verteilung auf die Angebote war  gleichmäßiger. Hauptstandorte waren München, Hannover und Frankfurt.

Seminarreihen:

In dieser Rubrik fanden mehrere etablierte Angebote statt: der 12. Kurs „Weiterbildung in Lauftherapie“ in Würzburg, die Ergänzungsqualifikation „Verhaltenstherapie in Gruppen“ in Friedrichshafen, „Selbsterfahrung für ÄrztInnen“ in Dresden sowie die Reihe  „Traumatherapie“ in München. Bereits zum zweiten Mal startete die umfangreiche Fortbildung in „Psychotherapie-Supervision“ in Berlin, die Reihe zur Emotionsfokussierten Therapie mit Leslie Greenberg in Dortmund sowie die von der DeGPT zertifizierte Reihe „Psychotraumatologie im Kindes- und Jugendalter“ in Münster. Das vierteilige Angebot „Einführung in die Paartherapie“ war ebenfalls zum zweiten Mal im Programm und startete im März 2015. Aufgrund der hohen Nachfrage wurde die Reihe nochmals ausgeschrieben und konnte im September 2015 beginnen. In Kooperation mit dem Institut für Autismusforschung (IFA) in Bremen fand zudem der Aufbaukurs „Autismustherapie“ statt, den die TeilnehmerInnen mit einem Zertifikat „AutismustherapeutIn (DGVT / IFA)“ abschließen können.

Zum ersten Mal im Programm war die vierteilige Reihe „Die Behandlung psychischer Störungen im Spannungsfeld von Psychopharmakotherapie und Psychotherapie“ in Tübingen, die leider abgesagt werden musste. 2016 soll ein weiterer Versuch unternommen werden, allerdings werden die einzelnen Blöcke nun auch einzeln buchbar sein. Erfreulicherweise liegen bereits einige Anmeldungen vor. Ebenfalls abgesagt werden musste die Reihe „Essstörungen“ in Hannover. Hier muss noch über die weitere Zukunft entschieden werden.

Neben den bereits etablierten Reihen sind für 2016 einige neue Angebote geplant: Eine Reihe zur Psychosenpsychotherapie, zu EMDR nach den Richtlinien der KBV, eine dreiteilige Reihe zur Spieltherapie sowie, ebenfalls dreiteilig, zur Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT). Zudem soll es eine Reihe oder Einzelangebote zum Thema Behandlung von Flüchtlingen geben.

2.)  Tagungen der DGVT Fort- und Weiterbildung

Vom 12. bis 14. März 2015 fand in Tübingen wieder die DGVT-Workshoptagung statt. Zum zweiten Mal auf der Morgenstelle, zum 20. Male überhaupt. Gut 200 Teilnehmer und Teilnehmerinnen waren angemeldet und setzten sich ein verlängertes Wochenenden lang mit dem Themenschwerpunkt „Störungsübergreifende Aspekte in der Psychotherapie“ auseinander.

Ein Themenschwerpunkt, für den sich die AWK entschieden hatte, da in den letzten Jahren immer mehr psychische Prozesse, die als mitverursachend und aufrechterhaltend für verschiedene Probleme und Störungen gültig angenommen werden, in den Fokus der Therapieforschung und -entwicklung gerückt sind.

Insgesamt konnte ein Programm erstellt und angeboten werden, das 17 Workshops und sechs Fallseminare umfasste. Davon fanden am Donnerstag sechs Fallseminare statt, am Freitag neun Workshops und zusätzlich eine SupervisorInnenschulung zum Berner Modell und am Samstag acht Workshops. Die Expertenvorträge wurden von Prof. Dr. Franz Caspar und Prof. Dr. Ulrich Bartmann gehalten und stießen ebenfalls auf reges Interesse. Zudem gab es auch erstmals Angebote in Kooperation mit dem DGVT-Berufsverband in Form von Fallseminaren zu den Themen „Approbation - was nun?“  und „Update Berufsrecht“.

Am Freitag fanden die Mitgliederversammlungen der DGVT und des DGVT-BV statt. Bezogen auf die Mitgliederarbeit und die berufspolitische Arbeit von DGVT und DGVT-BV gab es im Verlauf des Wochenendes auch die Möglichkeit zu kollegialem Austausch und zur Information. Der Büchertisch des DGVT-Verlags war besonders in den Pausen gut besucht. Als kleines Highlight in Bezug auf anregenden Austausch und kollegiale Vernetzung darf vielleicht das gemütliche Beisammensein in der Wurstküche freitags im Anschluss an die Mitgliederversammlungen erwähnt werden.

Die Tagung fand in dieser Form 2015 zum 20. Mal statt - ein kleines Jubiläum also. Ohne die vielen HelferInnen aus der DGVT-Geschäftsstelle und die mittlerweile bewährte studentische Unterstützung hätte es dieses kleine Jubiläum nicht gegeben. Auf das Jubiläum wurde deswegen auch vor Beginn des ersten Expertenvortrages von Prof. Franz Caspar mit einem Glas Sekt angestoßen.

Die AWK bedankt sich an dieser Stelle bei allen HelferInnen und freut sich auf die nächsten zwanzig Workshoptagungen in Tübingen.

Die bereits 4. Tagung Psychotherapie-State-of-the-Art fand am 05. und 06. September 2015 in Münster zum Thema „Imaginative Verfahren“ statt. Mit gut 70 TeilnehmerInnen (TN) war die Tagung gut besucht und das Konzept, Themenseminare zu einer kleinen Tagung zu bündeln, die Vernetzung und Austausch ermöglicht, scheint sich auf Dauer zu bewähren  (vgl. Potsdam 2012: 70 TN; Bad Neuenahr 2013: 50 TN; Potsdam 2014: 90 TN). Bezüglich des Tagungsortes Münster und im Speziellen auch für das Stadthotel Münster gab es sehr positive Rückmeldungen der TeilnehmerInnen. Die AWK überlegt daher, die Tagung dauerhaft dort anzusiedeln, sodass sich ein Wechsel zwischen Potsdam (gerade Jahre) und Münster (ungerade Jahre) ergibt. Auch im Hinblick darauf, dass es derzeit keine regelmäßig stattfindende DGVT-Tagung im mitgliederstärksten Bundesland NRW gibt, wäre diese Regelung sinnvoll.

Der Eröffnungsvortrag von Prof. Dr. Reinhard Pietrowsky von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf „Imagination in der Psychotherapie – Neues aus dem Zauberhut“ sowie die drei zweitägigen Workshops zu den Themen „Überschreiben von Alpträumen“ (Reinhard Pietrowsky, Düsseldorf), Imagery Rescripting and Reprocessing Therapy (Mervin Schmucker, Dresden) und „Einführung in die PITT für Kinder und Jugendliche“ (Iris Schulte-Pankoke, Iserlohn) wurden sehr gut bewertet. Insgesamt war die Stimmung sehr positiv und konnte auch nicht durch die kleinen Unannehmlichkeiten, die der verlegte Münster-Marathon am Sonntag auslöste, getrübt werden.

Die 14. DGVT-Praxistage für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie fanden vom 07.-08. November 2015 in Hannover statt und standen unter dem Motto: “Denkste! Zur Bedeutung von Kognitionen für die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie”. Die engagierte Vorbereitungsgruppe hatte ein buntes und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, bei dem der Grundgedanke war, der Bedeutsamkeit kognitiver Entwicklungen und Veränderungen im Kindes- bzw. Jugendlichenalter einen angemessenen Stellenwert einzuräumen. Und so fanden dann 180 Personen (TeilnehmerInnen, ReferentInnen und das Organisations-Team) den Weg in die Elsa-Brändström-Schule in Hannover.

Gleich zu Beginn der Praxistage gelang es Herrn Prof. Dr. Romuald Brunner aus Heidelberg im Rahmen seines Eröffnungsvortrages mit dem Titel “Gehirnentwicklung in der Pubertät: Risikofaktor für die Entwicklung psychischer Störungen?” den Grundgedanken mit Leben zu erfüllen. So ging Prof. Brunner nicht nur auf aktuelle Forschungsergebnisse ein, sondern ermöglichte anhand entsprechender Scans und mit umfangreichem Material aus modernsten bildgebenden Verfahren auch einen “echten Blick” in das Gehirn.

Darüber hinaus wurden am Samstag und Sonntag jeweils sechs Workshops angeboten, die im Schnitt von rund 20 TeilnehmerInnen besucht wurden. Die Inhalte umfassten u. a. Aufbau sozialer Kompetenzen bei Autismus-Spektrums-Störungen, kognitiv-behaviorale Interventionen bei Lern-Leistungsstörungen, Kinderängste, EEG-Biofeedback, Auswirkungen von (regelmäßigem) Pornographiekonsum auf die Entwicklung von Jugendlichen und Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung.

Die Evaluation der Praxistage ergab ein überwiegend positives Bild. Besonders gelobt wurden die Themenauswahl und die ReferentInnen. Durch den hohen Praxisbezug konnten die TeilnehmerInnen viele neue Methoden und Handwerkszeug für Ihre tägliche Arbeit mitnehmen. Die vor Ort vom Organisationsteam wahrgenommene entspannte und positive Stimmung spiegelte sich in den Rückmeldungen der TeilnehmerInnen wider: Der Veranstaltungsort sowie die Organisation wurden überwiegend sehr positiv wahrgenommen.  Einige negative Rückmeldungen gab es bezüglich der gleichzeitig stattfindenden Agrarmesse in Hannover, die zu erhöhten Zimmerpreisen geführt hatte. Die Vorbereitungsgruppe versucht natürlich, solche Dinge zu vermeiden. Allerdings hat es sich auch bewährt, die Praxistage jeweils am ersten Novemberwochenende stattfinden zu lassen und somit Verlässlichkeit zu schaffen. 

Für das Organisationsteam besonders erfreulich war, dass im Rahmen der 14. DGVT-Praxistage der Grundstein für eine weiterhin erfolgreiche Zukunft dieser Veranstaltung gelegt werden konnte. Sowohl für die Fachgruppe Kinder und Jugendliche der DGVT als auch die AWK brachten sich neue Kolleginnen ein. Ein herzliches Willkommen an dieser Stelle an die beiden neuen Sprecherinnen der Fachgruppe KiJu Constanze Lerch und Karolin Stengel sowie an Kristin Pfeifer (kooptiert bei der AWK). Das Fachgruppentreffen KiJu am Samstag war dann mit ca. 40 TeilnehmerInnen auch ein voller Erfolg. Zu Gast war Matthias Möller, Leiter der Erziehungs- und Familienberatungsstellen der Region Hannover, der einen Input zur Kooperation von Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie und Jugendhilfe gab. Im Anschluss gab es einen regen Austausch und es zeigte sich, dass ein hoher Bedarf an gegenseitiger Information und verbesserter Kooperation besteht.

Nach der gelungenen Veranstaltung blickt die AWK erwartungsvoll den 15. DGVT-Praxistagen 2016 in München entgegen.

Hier noch im Überblick die Tagungen der DGVT Fort- und Weiterbildung 2016:

23. - 25. Juni 2016: 7. Sommerakademie in Rostock-Warnemünde zum Thema „Ressourcen“

10. - 11. September 2016: 5. Tagung Psychotherapie-State-of-the-Art in Potsdam zum Thema „Anpassungsstörungen“

05. - 06. November 2016: 15. DGVT-Praxistage der Kinder- und Jugendli
chenpsychotherapie in München zum Thema „Einer für alle? - Alle für einen! Arbeit mit Bezugspersonen“

3) Sitzungen und Gremientreffen

Während die Wahlperiode von Judith Schild, Gerd Per, Oliver Kunz und Eva-Maria Greiner noch ein Jahr andauert, wurde Daniel Surall auf der Mitgliederversammlung im März für eine weitere Wahlperiode wieder gewählt. Zudem konnte Kristin Pfeifer, ehemalige PiA-Sprecherin, für eine Mitarbeit in der AWK gewonnen werden. Sie wird sich im Februar beim Kongress in Berlin zur Wahl stellen. Die AWK freut sich sehr und heißt Kristin herzlich willkommen! Die AWK ist zudem weiterhin offen dafür, dass sich Mitglieder für eine begrenzte Projektmitarbeit melden, beispielsweise für die Vorbereitung der Workshoptagung. 

Die Kommission traf sich dieses Jahr zwei Mal, im Mai in München sowie im August in Herne. Zudem gab es eine kurze Sitzung im Rahmen des Intergremientreffens in Berlin. Ergänzend zu diesen Treffen fanden mehrere Telefonkonferenzen statt. Themen der Sitzungen waren - neben der Planung des Jahresprogrammes und der Tagungen - die Ausbildungsreform (hier bereiteten Oliver Kunz und Anke Heier auch das Treffen der verschiedenen GremienvertreterInnen am 3. Oktober 2015 in Dortmund vor, s. hierzu den Rechenschaftsbericht des geschäftsführenden Vorstandes), das Jubiläum der DGVT 2018, die Diskussion, was die Marke DGVT ausmacht, sowie die Weiterentwicklung der Homepage und des interaktiven Angebotes. 

Zudem fand am 11. September 2015 in Frankfurt ein Treffen mit VertreterInnen der Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) und der Systemischen Gesellschaft (SG) statt, an dem Eva-Maria Greiner, Judith Schild und Anke Heier für die AWK teilnahmen. Am 15.-16. September 2017 soll - voraussichtlich in Frankfurt - eine Tagung zum Thema „VT meets ST, ST meets VT“ (Arbeitstitel) stattfinden. Hierzu wurden beim gemeinsamen Treffen bereits viele Ideen generiert und am Ende stand ein gemeinsames Konzept, das nun umgesetzt werden soll. Die AWK freut sich, dass es zu dieser Kooperation kam, und hofft, damit ein spannendes neues Angebot zu entwickeln. 

Die Aus- und Weiterbildungskommission:
Eva-Maria Greiner, Oliver Kunz, Gerhard Per, Judith Schild, Daniel Surall