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Rosa Beilage 2/2012

Sprechende Medizin in den Fokus nehmen

22. Mai 2012

Neuer Dachverband für Ärztliche Psychosomatik und Psychotherapie

 

(ab). Ein „Dachverband für Ärztliche Psychosomatik und Psychotherapie in den somatischen Fachgebieten“ ist im April in München – im Rahmen des Psychosomatik-Kongresses gegründet worden. Er vereint Ärzte, die auf dem Gebiet der Allgemeinmedizin, Augenheilkunde, Gynäkologie und Geburtshilfe, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Innere Medizin, Kinder- und Jugendmedizin, Orthopädie, Pädaudiologie und Phoniatrie, Psycho-Onkologie, Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie tätig sind. Die Initiative dazu hatte die Vereinigung psychotherapeutisch tätiger Kassenärzte (VPK e.V.) ergriffen.

Im Sinne einer guten ärztlichen Versorgung von kranken Menschen sei es nicht zielführend, die Behandlung körperlicher und psychischer Symptome und Krankheiten strikt nach Fachgebiet zu trennen. Der medizinische Fortschritt habe zu einer oftmals einseitig auf Technik ausgerichteten Medizin geführt, die häufig zu Lasten individueller lebensgeschichtlicher und seelischer Faktoren der Patienten ginge. "Wir brauchen eine Medizin, die ausgewogen die körperlichen und seelischen Aspekte von Symptomen und Beschwerden im Verlauf von Krankheit und Genesung berücksichtigt", argumentieren die Mitglieder des Dachverbands. Im Zusammenhang mit den großen Volkskrankheiten wie Schmerzen des Bewegungsapparates, Bluthockdruck, Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus oder einer Krebserkrankung sei es erforderlich, dass Ärzte aller Fachrichtungen das Zusammenspiel von körperlichen und seelischen Faktoren kennen und adäquat berücksichtigen und therapieren.

Standespolitisch wollen sich die Mitglieder dafür einsetzen, dass das Curriculum "Psychosomatische Grundversorgung" obligater Bestandteil der Weiterbildung in allen Fachgebieten der unmittelbaren Patientenversorgung wird und nicht - wie bisher - nur in der Allgemeinmedizin und in der Gynäkologie und Geburtshilfe. Des Weiteren will der Dachverband erreichen, dass die Sprechende Medizin sowohl in der stationären wie in der ambulanten Behandlung künftig kostendeckend honoriert wird.

Quelle: Pressemitteilung des Dachverbands für Ärztliche Psychosomatik und Psychotherapie in den somatischen Fachgebieten