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Berufsbild KJP / PP

Stellungnahme des Bundesverbandes der Vertragspsychotherapeuten (bvvp) zur 'Sonderauswertung für Psychotherapie zur Kostenstrukturanalyse 1999' des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung - Mai 2002

16. Januar 2007

Fasst man die Ergebnisse der Erhebung mit einem Satz zusammen, so lässt sich feststellen, dass die relativen Zahlenverhältnisse bei den Psychotherapeuten vergleichbar sind mit denen anderer Arztgruppen, dass jedoch hinsichtlich der Absolutzahlen ein Gefälle und ein Niveauunterschied ins Auge springt, das das Ausmaß der Honorarungerechtigkeit gegenüber der ganzen Fachgruppe unmissverständlich dokumentiert.

 

1. Ein Dokument der Honorarungerechtigkeit

a. Auffallendes Missverhältnis von Umsatz- und Überschussniveau der Psychotherapeuten im Vergleich zu sämtlichen anderen Arztgruppen
Der erste Blick sagt schon fast alles: Während bei früheren Erhebungsdaten mit Differenzierung der Honorargruppen in 40.000 DM-Schritten die Honorarklassen anderer Arztgruppen regelhaft bis an die Millionen-DM-Grenze auszudifferenzieren waren, genügte bei den Psychotherapeuten ein Dreispalter im Bereich der untersten Umsatzrubriken. Selbst die Spitzengruppe der Psychotherapeuten (GKV-Einnahmen <Alte Bundesländer> 135.318,-- DM) bewegt sich in einem Bereich, der laut "Grunddaten zur Vertragsärztlichen Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland 2000" im Jahr 1999 bei einem Drittel der Durchschnittseinnahmen (GKV - Alte Bundesländer) der Gebietsärzte (406.500 DM) liegt und weit unter der Hälfte der Durchschnittseinnahmen (GKV) der Allgemein-/praktischen Ärzte (327.200 DM). Auch beim Vergleich der GKV-Überschüsse (Alte Bundesländer) bleiben die Beträge der Einkommen der Spitzengruppe der Psychotherapeuten (85.108,- DM) weit hinter den Beträgen der Durchschnitts-einkommen der Gebietsärzte (159.750,- DM) bzw. der Allgemein-/praktischen Ärzte (143.000,- DM) zurück.

Ebenso deutlich fällt der interne Vergleich mit den anderen Arztgruppen in der "Kostenstrukturanalyse 1999" aus: Untere, mittlere und obere Honorarklassen der übrigen Arztgruppen, einschließlich der Fachgruppen der Neuen Bundesländer, liegen hinsichtlich ihrer Umsätze jeweils mindestens um den Faktor 3, im Schnitt um den Faktor 4, über den Umsätzen der Psychotherapeuten. Auch nach Abzug der Praxiskosten bleibt ein krasses Missverhältnis bestehen (siehe auch unter 1.d).


1:Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp)
2:Die Veröffentlichungen des ZI sind auf deren Homepage unter www.zi-koeln.de unter Themen - Ge-sundheitsökonomie zu finden.