Skip to main content
 
Uschi Jostock-Giese und Christine Böber

Thüringen: Gesetz zur Psychotherapeutenkammer beschlossen! ('Rosa Beilage' zur VPP 1/2002)

26. Februar 2007

Am 15. November wurde das revidierte Thüringer Heilberufegesetz vom Landtag verabschiedet; es trat am 30.11. in Kraft.

 

Quelle: Rosa Beilage zur VPP 1/2002
Rubrik: Länderberichte

Dabei hat sich das Engagement der DGVT ausgezahlt. Die Mitarbeit in der Kammererrichtungsgruppe und die engagierte Beteiligung vieler DGVT-Mitglieder bei der Vollversammlung der Thüringer PsychotherapeutInnen und Kinder- und JugendlichentherapeutInnen im letzten Sommer trug wesentlich dazu bei, dass das neue Gesetz die Option auf eine länderübergreifende Kammer enthält, so wie es die DGVT in Thüringen von Anfang an gefordert hat. Wenn sich eine länderübergreifende Kammer realisieren lässt, wird dies uns nicht nur viele Kosten sparen, sondern auch effektivere Arbeitsmöglichkeiten eröffnen.
Die von uns geforderte Option auf das Vollversammlungsprinzip wurde dagegen nicht ins Gesetz aufgenommen. Die künftige Kammerversammlung wird aus 17 Delegierten bestehen.
Ein weiterer wichtiger Punkt des neuen Heilberufegesetzes, der die Finanzen betrifft und deutlich macht, wie wichtig die Mitwirkung bei der Kammergründung ist: Die Kammer kann durch die Satzung Versorgungswerke schaffen und die Kammerangehörigen zur Mitgliedschaft verpflichten. Angestellte Mitglieder und solche, die einen Antrag auf Pflichtmitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung gestellt haben, können allerdings in keinem Fall zur Mitgliedschaft im Versorgungswerk verpflichtet werden.
Das Heilberufegesetz sieht nunmehr auch für Thüringen vor, dass das Ministerium einen Errichtungsausschuss zur Kammergründung bildet. Dieser Ausschuss wird aus neun bis fünfzehn Mitgliedern bestehen und bis zur endgültigen Gründung der Landespsychotherapeutenkammer (so der offizielle Name) den Status der Kammerversammlung haben. Er wird die bisherige Arbeit der Kammererrichtungsgruppe fortführen. Das Ministerium wird die relevanten Berufs- und Fachverbände für die Besetzung um Vorschläge bitten.
Bei der regionalen Mitgliederversammlung am 14. Januar 2002 wurden diese und weitere aktuelle Entwicklungen rund um die Kammergründung diskutiert. Silke Langen wurde gebeten, unsere Anliegen im Kammererrichtungsausschuss zu vertreten. Sie erklärte sich bereit, diese wichtige Aufgabe zu übernehmen. Leider konnten noch keine neuen Landessprecher/innen gewonnen werden. In einem Brief an die Mitglieder wollen wir demnächst noch einmal um Kandidat/innen werben und genauer beschreiben, welche Aufgaben mit diesem Amt verbunden sind.
Die von der DGVT vorgeschlagene regionale Geschäftsordnung wurde für die Thüringer Verhältnisse in geringfügig modifizierter Form angenommen.
Die nächste regionale Mitgliederversammlung ist für September geplant. Ein Referent zum Thema "Aktuelle Trends in der Verhaltenstherapie bei Zwangsstörungen" soll angefragt werden.