SPIEGEL online hat einen Artikel zu der Psychotherapie-Reform und den Auswirkungen für die PatientInnen veröffentlicht, in dem eine Recherche unter DGVT-KollegInnen von unserem Mitglied Felicitas Bergmann und unser Kassenwatch-Projekt besprochen werden.
Der SPIEGEL titelt "Umstrittene Psychotherapie-Reform - Patienten sind in einer Schleife gefangen". Der DGVT-Berufsverband setzt der zum Teil deutlichen Verweigerungs-Haltung der Kassen etwas entgegen:
Im Zuge der Koalitionsverhandlung von SPD und CDU/CSU haben sich DGVT und DGVT-Berufsverband mit einem Positions- und Forderungspapier an die verhandelnden Parteien gewandt.
Presseinformation der DGVT und des DGVT-Berufsverbands
Monate- manchmal sogar jahrelange Wartezeiten auf einen ambulanten Therapieplatz sind nach wie vor an der Tagesordnung. Jüngste Versuche, daran durch die verpflichtende Einführung von Sprechstunden in psychotherapeutischen Praxen und die Vergabe von Terminen durch die Termin-Service-Stellen der Kassenärztlichen Vereinigungen etwas zu ändern, laufen erwartungsgemäß ins Leere, solange die verfügbare Kapazität an psychotherapeutischer Behandlung nicht erhöht wird.
Nicht erst seit der Reform der Psychotherapie-Richtlinie vom 1.4.2017 gibt es immer wieder Schwierigkeiten in der Beantragung und Abrechnung von Therapien über das Kostenerstattungsverfahren. Seit diesem Datum hat sich die Situation für PatientInnen derart verschärft, dass langwierige Antragsverfahren mit Ablehnungen und Widersprüchen eher die Regel als die Ausnahme geworden sind.
Der DGVT-BV reagiert hierauf und startet im Frühjahr 2018 mit Kassenwatch.de eine interaktive Plattform, auf der unsere Mitglieder gemeinsam ihre Einzelfälle in kollegialer Zusammenarbeit zu einem Gesamtbild zusammenfügen können.
Nach einer Welle von Berichten Betroffener beschloss die Bundesregierung im März 2010 die Einrichtung eines Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich“ (Runder Tisch Sexueller Kindesmissbrauch).
Der 31. Deutsche Psychotherapeutentag (DPT) forderte den Deutschen Bundestag auf, die Reform des Psychotherapeutengesetzes noch in dieser Legislaturperiode zu verabschieden. In einer intensiven Debatte befasste sich der DPT am 18. November 2017 in Berlin außerdem mit den gesellschaftlichen Veränderungen infolge der Digitalisierung und deren Konsequenzen für die psychotherapeutische Versorgung. Die Delegierten appellierten an eine künftige Bundesregierung darüber hinaus, sich für eine Verbesserung der Versorgung psychisch kranker Menschen im ambulanten, stationären und sektorenübergreifenden Bereich einzusetzen. Die Delegierten forderten schließlich nachdrücklich eine angemessene Vergütung psychotherapeutischer Leistungen.
wir möchten Sie gerne darüber informieren, dass die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) eine Online-Befragung zur Psychotherapie-Richtlinie durchführt und bitten um Ihre Beiteiligung.
Die Onlinebefragung richtet sich an alle Psychologischen Psychotherapeutinnen und -therapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und -therapeuten, die an der vertragspsychotherapeutischen Versorgung teilnehmen.
Zur Onlinebefragung gelangen Sie über den folgenden Link: uhh.de/ijv6a.
Die Teilnahme ist noch bis zum 10. Dezember 2017 möglich.
Wartezeiten für eine ambulante psychotherapeutische Behandlung von bis zu einem Jahr und sogar darüber hinaus sind in vielen Regionen Deutschlands die Regel. Im Bereich der Versorgung von Kindern und Jugendlichen ist die Lage besonders eklatant. Dieser unhaltbare Zustand für Patient*innen hat sich trotz vieler Sonntagsreden und Lippenbekenntnisse der Politik seit Jahren nicht gebessert.
Ein Musterbeispiel hierfür ist der jüngste Spruch des Bundesschiedsamts (Zusammensetzung: GKV-Spitzenverband, KBV sowie ein unparteiischer Vorsitzender und zwei weitere unparteiische Mitglieder). Was auf dem Papier zunächst so wirkt, als diene es dem Wohl der Patient*innen, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Mogelpackung. Auf Antrag der gesetzlichen Krankenkassen wurde bestimmt, dass die …