Kurz nach Erscheinen der letzten Rosa Beilage fand am 29. Mai 2012 in Berlin die zwölfte Sitzung der sog. Konzertierten Aktion KBV/Berufsverbände statt. Im Bericht der Ergebnisse der Sonder-Vertreter-versammlung (VV) der KBV vom 26. April ging KBV-Vorsitzender Dr. Köhler ausführlich auf die Forderung der VV nach extrabudgetärer Vergütung der Psychotherapie ein. Das Thema kochte ja in den Tagen vor dieser Sitzung aktuell hoch in Berlin, hier quasi im Nachtrag ein paar Infos zu den Hintergründen.
Die Abtrennung des psychotherapeutischen Vergütungsbereichs aus der Morbiditätsorientierten Gesamtvergütung (MGV) werde laut Köhler von der KBV gewünscht, weil das bisherige Vergütungsvolumen nicht ausreiche, was wiederum die Ärzte-Geldtöpfe reduziere. Seit dem Jahr 2000 sei die Zahl der …
Seit dem 1. Juli ist in Baden-Württemberg der zwischen der AOK und der Bosch BKK auf der einen sowie den beteiligten Vertragspartnern Medi-Verbund, Freie Liste, DPTV und BVDN-BW auf der anderen Seite unterzeichnete Selektivvertrag mit dem Modul Psychotherapie gestartet, nachdem eine ausreichende und flächendeckende Beteiligung durch Ärzte und Psychotherapeuten erreicht werden konnte. Patienten, die am Hausarztprogramm der beteiligten Kassen teilnehmen, können sich seitdem auch in den PNP-Facharztvertrag einschreiben.
Für Patienten und Behandler bietet der Vertrag im Bereich Psychotherapie angesichts eines stark gestiegenen Bedarfs an psychotherapeutischen Leistungen erstens den Vorteil eines Verzichts auf Kontingentierungen sowie zweitens eine feste Vergütung für alle erbrachten …
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 19.7.12 beschlossen, den sog. Demografiefaktor in der Bedarfsplanung zum 31.12.2012 auszusetzen. Das ist eine wichtige und gute Entscheidung für unseren Bereich, da insbesondere Sitze für Psychotherapeuten in besonders schlecht versorgten Regionen durch den Demografiefaktor gefährdet sind.
Eine kurze Erläuterung: Der G-BA hatte 2010 einen zusätzlichen Demografiefaktor in die ärztliche Bedarfsplanung eingeführt, um die Zahl der ärztlichen und psychotherapeutischen Praxen an den steigenden Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung anzupassen. Die Versorgung von Kindern und Jugendlichen sollte dabei nicht beeinträchtigt werden, weshalb der G-BA Kinderärzte ausdrücklich von der Regelung ausnahm, leider jedoch nicht PP/KJP. Der Demografiefaktor …
Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, lobte die Bundesregierung für ihre gesundheitspolitischen Maßnahmen, die einen politischen Ärztetag möglich machten, ohne „Zumutungen von außen“ abzuwehren und sich mit „unsinnigen Reformgesetzen“ auseinandersetzen zu müssen. Viele Themen wurden beim 115. Deutschen Ärztetag vom 22. bis 25. Mai 2012 in Nürnberg diskutiert, einige Beschlüsse, die die Ärzteschaft in Nürnberg gefasst hat, möchten wir nachfolgend dokumentieren.
1. Erhalt des dualen System aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung
Der Ärztetag bekräftigte mit großer Mehrheit die Ablehnung einer Einheitsversicherung und forderte, beide Säulen des Systems, die gesetzliche und die private Krankenversicherung, weiter zu entwickeln und zu …
Die GMK hatte bei ihrer Sitzung Ende Juni über zwei aus Psychotherapeutensicht zentrale Themen Beschlüsse gefasst - die Vergütung von Psychotherapeuten in der Ausbildung (PiA) und über die Zugangsvoraussetzungen zur Psychotherapeuten-Ausbildung. Beide Themen haben wir im Rahmen eines Interviews mit einem Vertreter der GMK-Geschäftsstelle aufgegriffen.
Master als Zugangsvoraussetzung
Die GMK hat beschlossen, im Vorgriff auf die beabsichtigte Novellierung zeitnah § 5 Abs. 2 PsychThG zu ändern, um eine bundeseinheitliche Regelung zur Gewährleistung der Psychotherapeutenausbildung auf Masterniveau (bzw. Diplom-Abschluss) zu fordern.
Hintergrund:
Eine Reform des Psychotherapeutengesetzes (PsychThG) tut Not, da die derzeitigen gesetzlichen Regelungen wegen der Bologna-Reform nicht mehr …
Auf der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) tauschen sich die Ministerinnen und Minister sowie Senatorinnen und Senatoren für Gesundheit der einzelnen Bundesländer und des Bundes aus. Es geht dabei um die gesamte Themenpalette der Gesundheitspolitik. Gesetzliche Krankenversicherung, Gesundheitsvorsorge und Gesundheitssicherung, Berufe im Gesundheitswesen, einzelne gesundheitspolitische Themen wie Drogen und Sucht, europäische Gesundheitspolitik u.v.m. Vorsitz und Geschäftsführung der GMK gehen jedes Jahr auf ein anderes Bundesland über. Im Jahr 2012 hat das Saarland den Vorsitz.
In den 16 Anträgen, die die Ministerkonferenz am 27./28. Juni in Saarbrücken zu bearbeiten hatte, ging es schwerpunktmäßig um die Themen Versorgung, Gesundheitsberufe und Pflege. Auch Themen, die unseren …
(kb). Das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (ZI) hat Ende Juni Fragebögen verschickt, um zum mittlerweile dritten Mal die Entwicklung der Praxiskosten der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten zu erheben (sog. Praxis-Panel). Bezugspunkt der Umfrage ist das Jahr 2011.
Der DGVT-Berufsverband unterstützt diese Umfrage gemeinsam mit anderen Berufs- und Fachverbänden, die im sog. Gesprächskreis II zusammengeschlossen sind. Wir möchten daher unsere Mitglieder dazu auffordern, an der Befragung teilzunehmen, falls Sie in die Stichprobe der mehreren hundert Psychotherapeuten-Praxen bundesweit fallen sollten.
Die Daten können dazu genutzt werden, steigende Ausgaben für Personal, Miete etc. nachzuweisen und in den Honorarverhandlungen mit den Krankenkassen geltend zu …